Infobrief Nr. 13 von Bürgermeister Theiß zum Jahreswechsel 2025/2026
Liebe Mitbürger*innen,
auch dieses Jahr möchte ich mich in mittlerweile schon gewohnter Tradition mit einem Infobrief zum Jahreswechsel an Sie wenden und eine Bilanz ziehen über große und kleinere Ereignisse in unserem schönen Stadthagen, verbunden mit einem Ausblick auf das kommende Jahr.
2025 war aus meiner Sicht eine Zeit mit Licht und Schatten, aber auch ein Jahr, in dem die Grundlagen für viele wichtige Zukunftsprojekte geschaffen worden sind.
Eine sehr gute Nachricht war sicherlich die Entscheidung für die Weiterentwicklung der Festhalle durch einen privaten Investor aus der Region. Auch wenn es einiger politischer Diskussionen bedurfte, bin ich sehr zuversichtlich, dass 2026 Vertragsabschluss und Baubeginn erfolgen und uns allen ein Projekt vorgestellt wird, das seinesgleichen in der näheren und weiteren Umgebung sucht.
Sichtbar sind derzeit die Umbauten am ZOB. Hier wird ein moderner und barrierefreier Busbahnhof entstehen, der Ende 2026 fertiggestellt sein soll.
Parallel hierzu befinden wir uns mit der Sanierung des Marktplatzes in der Planungsphase. Die Umbauarbeiten sollen sich an die Fertigstellung des Busbahnhofes anschließen. Gerechnet wird mit einem Beginn im Frühjahr 2027. Mir persönlich liegt es sehr am Herzen, dass gerade bei diesem für Stadthagen sehr wichtigen Projekt die Bürgerinnen und Bürger stark mit einbezogen werden. Bereits die ersten Gesprächsangebote haben ein großes Interesse von dieser Seite gezeigt. Es zeigt sich aber auch, dass es uns gelingen muss, widerstreitende Interessen, wie eine hohe Flexibilität der nutzbaren Flächen, mit dem Wunsch nach viel „Grün“ zu vereinen. Am Ende wird es auch darum gehen, den Umbau so schonend und geschickt durchzuführen, dass die anliegenden Geschäfte, die Anwohnerinnen und Anwohner, der Wochenmarkt und die weiteren Veranstaltungen, die sonst dort stattfinden, so wenig wie möglich beeinträchtig werden bzw. adäquate Übergangsstandorte finden. Auch hier wird der ständige Dialog eine wichtige Rolle spielen. Wofür tun wir das alles? Ziel des Umbaus ist ein attraktiver Marktplatz mit hoher Aufenthaltsqualität, der den zukünftigen (Klima-)Anforderungen gerecht wird und zur Belebung der Innenstadt beiträgt.
Weiter sind wir schon im Schlossgarten. Hier steht bereits fest, welche Arbeiten 2026 ausgeführt werden. Der Zeitplan wird auch vom Förderprogramm vorgegeben. Wir werden den Schlossgarten durch die Neukonzeption der Bewässerungssituation und die Neupflanzung von über 100 Bäumen nachhaltig auf die Zukunft und den damit verbundenen Klimawandel vorbereiten. Ein Highlight wird sicherlich der Neubau des Kinderspielplatzes darstellen, bei dem auch das Thema Wasser eine Rolle spielen wird. Außerhalb des Förderprogramms arbeiten wir derzeit an einer Erfüllung des Wunsches nach einer öffentlichen Toilette. Ein Neubau ist aufgrund der immensen Kosten und Folgekosten allerdings nicht zu erwarten. Trotzdem gibt es sehr vielversprechende Ansätze.
Verkünden kann ich für das Jahr 2026 auch den Beginn der Bauarbeiten für das Feuerwehrhaus an der Bergkette sowie die Fortsetzung und den Abschluss von Bauarbeiten für unsere Ganztags-Grundschulen.
Bewegt haben uns alle sicherlich die Schließungen von Fisch Blanke, dem Sporthaus Kreft oder auch der Parfümerie Rook. Hier kann ich nur immer wieder betonen, dass wir uns dieser deutschlandweiten Entwicklung nicht gänzlich entziehen können. Wir haben diese Entwicklung zu einem Teil aber selbst in unserer Hand, denn mit Einkäufen in unserer Stadt oder Gastronomiebesuchen können wir zumindest die Geschwindigkeit dieser Entwicklung beeinflussen. Wir stellen uns dieser Entwicklung als Stadtverwaltung aber dadurch, dass wir versuchen, den Innenstadtentwicklungsprozess aktiv zu beeinflussen. Wir werden weiterhin um eine Lösung für jeden Leerstand kämpfen und unsere Unterstützung dort anbieten, wo sie gewünscht wird. Wir fördern die Quartiersentwicklung rund um die Innenstadt mit dem Ziel, dort neuen Wohnraum zu schaffen und auch auf diese Weise die Innenstadt zu beleben. Mit dem Stadt.Fonds haben wir ein Mittel, das es uns erlaubt, für Neuansiedlungen auch einen finanziellen Anreiz zu schaffen. 2026 werden wir auch wieder verstärkt versuchen, junge Unternehmen in der Innenstadt oder zumindest in Stadthagen anzusiedeln.
Eine Neuigkeit in diesem Zusammenhang ist sicherlich die Umsiedlung der Bäckerei Schmidt aus der Marktpassage an einen größeren Standort in der Obernstraße. Diese wird dadurch mit Sicherheit bereichert, allerdings muss auch eine Nachfolgelösung für die Marktpassage gefunden werden.
Die Ansiedlung von Unternehmen ist ein gutes Stichwort für die Arbeit der Wirtschaftsförderung. Hier haben wir fachübergreifend hinter den Kulissen 2025 sehr viel Energie und Arbeit investiert, um die Ansiedlung von Industrieunternehmen zu forcieren. Natürlich stehen wir auch hier in einem Wettbewerb, bei dem es nicht nur Sieger gibt. Im Ergebnis konnten wir von zwei möglichen Ansiedlungen eine für Stadthagen realisieren, wobei es sich genau genommen um eine Erweiterung handelt. Es freut mich sehr, dass sich mit der Firma Schweerbau ein Traditionsunternehmen trotz durchaus vorhandener anderer Möglichkeiten zu diesem Standort bekannt hat und mit einer Erweiterung eine bedeutende Anzahl (ca. 40) an Arbeitsplätzen schaffen will. Ich bin optimistisch, dass es uns auch gelingen wird, die nunmehr bereitstehende zweite Industriefläche so zu vermarkten, dass eine Vielzahl von weiteren Arbeitsplätzen entsteht.
Es ist daher ein klares Ziel auf der Agenda der Wirtschaftsförderung, auch 2026 Arbeitsplätze für Stadthagen in den Industrie- und Gewerbegebieten sowie in der Innenstadt zu schaffen. Dies bedeutet, dass wir erneut viele Unternehmen besuchen werden, um den engen Kontakt zur Wirtschaft und dem Handel weiter zu pflegen. Die Vermarktung der vorhandenen Flächen und die Schaffung neuer Gewerbeflächen wird ein weiterer Schwerpunkt des Jahres 2026 sein.
Einen Höhepunkt dürfen wir 2026 auch wieder mit der Regionalschau erwarten, die im April in Stadthagen stattfindet. Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit, um sich dort einen Überblick über unsere heimische Wirtschaft zu verschaffen.
Auch die Landesgartenschau, die 2026 in Bad Nenndorf stattfindet, wird das Jahr mit ihrer zumindest landesweiten Anziehungskraft prägen und hoffentlich viele Besucherinnen und Besucher für Bad Nenndorf und das gesamte Schaumburger Land begeistern.
Weiter beschäftigen wird uns 2026 auch das Thema „Subjektives Sicherheitsempfinden in Stadthagen“. Gemeinsam mit Experten vom Landeskriminalamt arbeiten wir daran, Räume oder Plätze zu identifizieren, in bzw. auf denen sich Bewohnerinnen und Bewohner besonders unsicher fühlen. Erste Erfolge sind die Verbesserung der Beleuchtung auf dem Wall zwischen dem Kaufhaus Hagemeyer und dem Amtspfortenkreisel sowie die noch nicht abgeschlossene Sanierung des Bahnhofstunnels mit neuer Beleuchtung und neuem Anstrich.
Eine positive Nachricht ist in diesem Zusammenhang mit Sicherheit die Etablierung des Stadtbusses, der gut angenommen wird und zu einem wichtigen Verkehrsmittel innerhalb der Stadt geworden ist.
Letzteres gilt natürlich auch für das Fahrrad. Obwohl die Bedingungen für Fahrradfahrende innerhalb von Stadthagen mit Sicherheit noch verbesserungsfähig sind, ist uns mit der Einrichtung einer Fahrradzone ein wichtiger Schritt gelungen. Im Jahr 2026 werden wir die zuletzt beschlossenen Änderungen in der Verkehrsführung umsetzen und erhoffen uns dadurch eine erhebliche Reduzierung des Pkw-Verkehrs dort. Die Entwicklung wird weiter beobachtet. Durch die Einrichtung einer Stelle Mobilitätsmanagement werden wir die Verbindungen zur entsprechenden Stelle beim Landkreis noch enger knüpfen können und erhoffen uns neue Impulse.
Dazu passt auch das Thema Klimawandel, das ich mittlerweile schon als Querschnittsthema bezeichnen möchte, da es nahezu in jedem Fachgebiet eine wichtige Rolle einnimmt. Sei es bei Neubauten, der Prüfung unserer Gebäude durch geförderte Spezialisten im Hinblick auf höhere Energieeffizienz (z.B. PV, Dämmung, Heizungserneuerung), sei es durch die Wärmeplanung gemeinsam mit den Stadtwerken und Nachbarkommunen für die gesamte Stadt oder sei es die Klimaresilienz bei Themen wie Begrünung und Wasser, wenn es um den Marktplatz, den Schlossgarten und den Nordwall geht.
Das Jahr 2026 wird daher wiederum ein Jahr voller wichtiger Entscheidungen für die Entwicklung von Stadthagen sein. Ich gehe davon aus, dass wir die Dynamik der letzten Jahre aufrechterhalten können und lade Sie, liebe Lesende, erneut herzlich dazu ein, mitzuwirken und sich bei den Themen einzubringen, die Sie interessieren und/oder für die Sie Expertise besitzen.
Bleiben Sie Stadthagen auch 2026 gewogen!
Herzlichst
Ihr Bürgermeister
Oliver Theiß